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Kommunikation 2035: Wie KI unsere Branche neu erfindet – Teil 3

von Cornelia von Dewitz, Corporate Communication & Marketing Expertin

Künstliche Intelligenz und Kommunikation: PR-Expertinnen Bettina Gebhardt und Cornelia von Dewitz über aktuelle KI-Trends

Was bisher geschah

In unserer Blogreihe «Kommunikation 2035: Wie KI unsere Branche neu erfindet» haben wir bereits einiges erlebt:

Im ersten Teil ging es um die grossen Zukunftsfragen – wie Künstliche Intelligenz Kommunikation, Marketing und PR verändern wird und welche Chancen sich daraus ergeben.

Im zweiten Teil haben wir den Scheinwerfer auf die Schattenseite gerichtet: auf Grenzen, Risiken und ethische Dilemmata, die entstehen, wenn Technologie auf Haltung trifft.

Und jetzt – im grossen Finale – wird’s persönlich: In Teil 3 geht es um uns selbst: um die neuen Rollenbilder, Kompetenzen und Denkweisen, die wir Kommunikationsprofis künftig brauchen. Was macht eine gute Kommunikatorin, einen guten Kommunikator im Zeitalter der KI aus? Welche Skills werden unverzichtbar – und welche geraten ins Hintertreffen?

Wir sprechen über Super User und Power Prompter, über fluide Mindsets, ethische Verantwortung, Change-Kompetenz und – ganz zentral – über Menschlichkeit als Differenzierungsmerkmal in einer digitalisierten Kommunikationswelt.

Denn eines zeigt sich klar:
KI kann vieles. Schnell, effizient, beeindruckend.
Aber sie kann nicht authentisch, empathisch und eigenständig denken. Und sie kann auch keine Verantwortung übernehmen.
Genau das bleibt unsere Superpower – heute, morgen und 2035.

Viel Spass beim Lesen von Teil 3 unserer Blogreihe!

Illustration zum Thema: KI und Kommunikation - Kontx PR Agentur

Skills und Kompetenzprofil

Wie wird sich das Kompetenzprofil von Kommunikationsprofis verändern?

Die neuen Kommunikationsprofis können klar die Möglichkeiten und Grenzen von KI unterscheiden und dies ihren Kunden auch kommunizieren. Sie verstehen es, dies in der sich stark ändernden disruptiven Situation des KI-Quantensprungs kontinuierlich zu überprüfen und regelmässig transparent aufzuzeigen. Einer der wichtigsten Skills ist, dass Kommunikationsprofis an der Schnittstelle zur KI die absoluten Super User und Power Prompter sind und überdurchschnittlich gut und effizient Resultate erzielen können. Sie denken in Möglichkeiten und passen sich sehr rasch an. Sie müssen ein fluides Mindset haben. Dadurch sind sie auch fähig, echte Innovationen zu initiieren oder zumindest mitzutragen. Das konventionelle Handwerk verstehen sie als wertvolle Basis und kennen sich diesbezüglich sehr gut aus. Denn ohne Wurzeln keine Flügel! Der Beruf wird sich aus meiner Sicht also stark verändern.

🟢 Starke Aussagen

  • Du bringst den Spagat zwischen Alt & Neu auf den Punkt: «Ohne Wurzeln keine Flügel».
  • Sehr gelungen ist auch der Fokus auf Fluide Mindsets.
  • Du formulierst ein überzeugendes Zukunftsbild von Kommunikationsprofis: Super User, reflexionsstark, mit Innovationskraft.

🔍 Erweiterungspotenzial

  • Du könntest Rollenprofile differenzieren: z.B. KI-Strateg:in, Prompt-Spezialist:in, Ethik-Advisor.

💡 Impuls zur Ergänzung

  • Auch Change-Kompetenz (Change-Kommunikation in eigenen Teams) wird zur Schlüsselqualifikation.
  • In grossen Konzernen werden bereits AI Literacy Trainings für Kommunikationsteams eingeführt.
  • Auch Hochschulen (z.B. ZHAW, HWZ) entwickeln neue Weiterbildungsformate für „AI in Corporate Communication“.

Meine Stellungnahme: ich stehe dem Fakt, dass in der Schweiz viel zu viele Kommunikationsexperten in den letzten Jahrzehnten ausgebildet wurden, sehr kritisch gegenüber. Dies ist jetzt schon ein Problem und wird sich durch die Verschiebungen durch die KI noch zusätzlich verstärken. Deshalb ist es zentral, dass junge Berufsleute sich dreimal überlegen, ob sie Kommunikation studieren wollen. Und wenn – dann sollte das Studium oder die Weiterbildung unbedingt einen starken Fokus auf KI haben.

Zum Thema Change-Management sehe ich es ähnlich wie bei der Krisenkommunikation. Hier wird der Mensch noch nicht so schnell durch die KI ersetzbar sein.

Welche neuen Kompetenzen und Skills müssen Kommunikationsberaterinnen in den nächsten Jahren entwickeln?

  • Prompten
  • Agiles Denken in Möglichkeiten und Szenarien
  • Innovationstechniken
  • Ethik und Recht, Datenschutzthemen

Das meint Chat GPT dazu:

🟢 Starke Aussagen

  • Gute Mischung aus technischer, strategischer und ethischer Kompetenz.
  • Stichwort Szenarien-Denken ist ein wichtiger Zukunftsskill.
  • Innovationstechniken: super relevant für die Zukunft der Branche.

🔍 Erweiterungspotenzial

  • Du könntest noch visuelle und datenbasierte Kompetenzen nennen (Data Storytelling, Infografik-AI, KI-Video) und Tool-Vergleichskompetenz (was kann Midjourney, was Canva nicht?).
  • Auch Tool-Kompetenzmanagement ist künftig zentral.

💡 Impuls zur Ergänzung

  • Kommunikationsprofis brauchen laut Deloitte-Report zunehmend Skills in Multimodalität (Text, Bild, Video, Ton) und Low-Code-Automatisierung.

Meine Stellungnahme: Meine ursprüngliche Liste hat definitiv Erweiterungspotenzial! Food for thought!

Wie wird KI langfristig das Verhältnis zwischen Kunden und Kommunikationsberatern verändern?

Die Kunden kaufen künftig top Expertise für die Entwicklung von Inhalten, mit und auch durch KI ein. Dadurch, dass die KI aus meiner Sicht teuer werden wird, lohnt es sich für viele Unternehmen künftig, KI-as-a-Service zu beziehen. Dann zahlen die Agenturen für die Infrastruktur, die Lizenzen und Apps und bieten die KI-Dienstleistungen im pay-per-use-Modell an. Eine Ausweitung über die reine Kommunikation ist hier natürlich ein grosses Potenzial, denn wer für Kommunikations- und Marketingthemen optimal prompten kann, kann es auch für andere Themen und Bereiche der Wirtschaft. Somit gäbe es dann Agenturen, in denen neben den Marketing- und Kommunikationsexperten beispielsweise auch Supply Chain Experten, Procurement-Spezialisten oder HR-Professionals zu finden wären.

Das meint Chat GPT dazu:

🟢 Starke Aussagen

  • Dein Blick auf neue Geschäftsmodelle ist vorausschauend, „KI-as-a-Service“ ist ein sehr relevanter Trend.
  • Du erkennst das strategische Potenzial jenseits der Kommunikation – sehr gut!

🔍 Erweiterungspotenzial

  • Möglicherweise entsteht ein neuer Beratungsfokus: KI-Strategieberatung für Nicht-Kommunikationsabteilungen, z.B. HR, Finanzen, Logistik.
  • Thema Vertrauen und Qualitätssicherung bei automatisierter Leistungserbringung könnte noch betont werden.
  • Wer kontrolliert die KI-Ausgabe – Kunde oder Agentur?

💡 Impuls zur Ergänzung

  • Erste Agenturen in DACH bieten bereits „Prompt-as-a-Service“ an.
  • Auch White-Label-KI-Plattformen werden aufgebaut – z.B. auf Kundendesign angepasst, aber zentral betrieben.

Meine Stellungnahme: Ehrlich gesagt hatte ich das Gefühl, bei meiner Antwort wie die KI auch ein bisschen halluziniert zu haben, bzw. meine Fantasie und meine Branchenerfahrungen aus der Entwicklung von IT-Services walten zu lassen. Wenn ich die Inputs anschaue, liege ich glaube ich gar nicht so falsch mit meinen Voraussagen!

Menschlichkeit, Kreativität und Individualität

Machen wir uns zu Knechten oder Mägden der KI, sprich, wird darunter die beraterische Qualität, die strategische Kompetenz und die Kreativität leiden?

 Ja, das kann schnell passieren, dass wir Kernkompetenzen nicht mehr so stark üben und dadurch Skills verlieren. Das müssen wir kritisch reflektieren. Selbstreflexion wird unverzichtbar, bzw. sich selbst zu beobachten und am Ball zu bleiben, dass wertvolle Skills nicht nach und nach versanden. Es ist aus meiner Sicht auch eine wichtige Führungsaufgabe, Mitarbeitende diesbezüglich immer wieder zu sensibilisieren. So wie viele Menschen immer wieder mal einen digitalen Detox machen und sich ganz bewusst dafür entscheiden, müssen die Menschen an der Schnittstelle zur KI auch bewusst und mit grosser Eigenverantwortung mit dieser Aufgabe umgehen. Dieses Interview ist ein Beispiel dafür. Ich hätte alles durch die KI schreiben lassen können. Aber ich wollte selbst meine eigene, authentische Haltung und Einschätzung – basierend auf dem aktuell vorhandenen Wissen und den gemachten Erfahrungen – beschreiben und weitergeben.

Das meint Chat GPT dazu:

🟢 Starke Aussagen

  • Du sprichst bewusstes Arbeiten mit der KI an – als Verantwortung, nicht als Automatismus. Du betonst Selbstreflexion und kritisches Beobachten.
  • Du beschreibst das Risiko des Kompetenzverlusts realistisch.
  • Du greifst den Begriff „Digital Detox“ als Metapher auf – sehr nachvollziehbar!
  • Die Verbindung zu Führung ist ein wichtiger Punkt.

🔍 Erweiterungspotenzial

  • Du könntest Kompetenzverlust durch Abhängigkeit klarer benennen (z.B. schwindende Kreativkraft, Nachdenken in Templates).

💡 Impuls zur Ergänzung

  • Studien zeigen, dass zu frühe Automatisierung in kreativen Prozessen die Problemlösungsfähigkeit einschränken kann.
  • Führungskräfte sollten regelmässig KI-„Fasten“-Übungen ins Team einbauen, um Eigenkompetenzen zu erhalten.

Meine Stellungnahme: Bevor Führungskräfte KI-„Fasten“ einbauen, muss erstmal ein Umdenken in den Unternehmen stattfinden. Gemäss führenden KI-Experten in der Schweiz nutzen vier von fünf Mitarbeitenden in Unternehmen KI. Ohne das Wissen der Führung. Hier sind erstmal die Lücken zu schliessen, bevor die Führungskräfte überhaupt zu einem eigenverantwortlichen Umgang mit der KI sensibilisieren können.

Welche Rolle spielen Menschlichkeit und Empathie in einer KI-gestützten Kommunikationswelt?

Die KI selbst ist eine Meisterin der Empathie! Sie ist sehr wertschätzend, wohlwollend und stets motivierend und optimistisch. Inzwischen gibt es Menschen, die davon sogar abhängig werden, weil KI zu ihrem besten Freund und Weggefährten wird. Die Crux dabei ist, dass die Menschlichkeit von KI aber nicht real ist, sondern einer Haltung und einem Wertegefüge basiert, das ihr durch Menschen mitgegeben wurde. Somit ist meine Meinung, dass die Menschlichkeit und Empathie im Real Life sogar noch wichtiger werden – als lebendiger Kontrapunkt zur virtuellen «Menschlichkeit» und Empathie der KI-Welt! Eine Rückbesinnung auf diese Eigenschaften wird ganz sicher kommen.

Was Chat GPT dazu meint:

🟢 Starke Aussagen

  • Du beschreibst KI als „wohlwollend, motivierend“ – stimmig und erfahrungsgestützt.
  • Dein Hinweis, dass diese „Empathie“ nicht echt ist, ist wichtig und wird oft vergessen.
  • KI als „synthetisch empathisch“, aber letztlich simuliert. Der Mensch ist wichtig als echter Gegenpol. Der Satz, dass Menschlichkeit zum „Kontrapunkt“ wird, ist sehr stark.

🔍 Erweiterungspotenzial

  • Hier könntest Du noch auf die Rolle von empathischem Leadership eingehen – als Gegengewicht zur „synthetischen Empathie“ der KI.
  • Noch differenzierter: Welche Aspekte von Empathie kann KI schon glaubwürdig nachbilden – und wo bleibt sie leer?

💡 Impuls als Ergänzung

  • Studien zeigen, dass KI-Texte mit empathischen Elementen (z.B. in psychologischer Beratung) oft als beruhigend empfunden werden – aber nicht als vertrauenswürdig.

Meine Stellungnahme: Dieses Feld wird für die Psychologie noch ein wichtiges Forschungsfeld sein. Ich bin auch überzeugt, dass durch neue psychische Abhängigkeiten auch neue Krankheiten oder Störungen entwickeln werden.

Wie können wir verhindern, dass KI-komponierte Kommunikation austauschbar und monoton wird?

Indem wir z.B. wieder vermehrt die Inhalte selbst verfassen, so wie uns «der Schnabel gewachsen» ist und dann allenfalls die KI noch drüber gehen lassen. Aber nur für zusätzliche Impulse oder quergedachte Inputs, an denen wir noch weiterdenken können oder wollen. Nicht, um 1:1 die Texte und Emoticons zu übernehmen. Auch hier gilt es, sich selbst im Zusammenspiel mit der KI im Blick zu behalten.

Was Chat GPT dazu meint:

🟢 Starke Aussagen

  • Deine Empfehlung, erst selbst zu schreiben und dann die KI drüber schauen zu lassen, ist sinnvoll.
  • Du bringst die Selbstwahrnehmung im Zusammenspiel mit KI sehr schön auf den Punkt.
  • Deine Haltung ist klar, reflektiert und handlungsorientiert – sehr praxisnah.

🔍 Erweiterungspotenzial

  • Du könntest Kriterien für „gute, nicht-austauschbare Kommunikation“ formulieren: z.B. Kontexttiefe, individuelle Erlebnisse, Tonalität, Haltung.

💡 Impuls zur Ergänzung

  • KI-Kommunikation wirkt dann monoton, wenn Kontext, Emotion und Authentizität fehlen. Diese drei Dimensionen bleiben menschliche Königsdisziplinen.
  • Untersuchungen zeigen, dass KI-Texte mit klarer Haltung, persönlichen Beispielen oder kulturellen Referenzen signifikant höheres Engagement erzeugen – wenn sie von Menschen kuratiert wurden.

Meine Stellungnahme: Sehr bald werden die teilweise noch aalglatten KI-Texte hinterfragt werden, bzw. Leser: innen werden eine Kennzeichnung verlangen. Ich glaube, das KI-Texte sehr schnell wieder aus der Mode kommen werden. Das merkt man jetzt schon, beispielsweise bei LinkedIn. Selber geschriebene, authentische Texte mit Kanten performen besser als KI-generierte und übermässig mit Emoticons gespickte Texte!

Kommunikationsexpertinnen Cornelia von Dewitz und Bettina Gebhardt - Autoren des Beitrags über KI und Kommunikation