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KI-Sichtbarkeit für Unternehmen: 5 Fragen an GEO-Expertin Ulrike Haardt

Interview Ulrike Haardt SEO GEO Expertin, Kontx Kommunikation Agentur

WARUM GEO KEIN HYPE IST, WAS PR DAMIT ZU TUN HAT UND WIE KLEINE UND MITTLERE UNTERNEHMEN DEN EINSTIEG SCHAFFEN.

Wer heute etwas wissen will, sucht nicht mehr nur bei Google. Immer mehr Menschen fragen ChatGPT, Gemini & Co. und bekommen dort eine fertige Antwort, oft ohne noch eine Website zu besuchen. Für Unternehmen verändert das die Spielregeln der Online-Sichtbarkeit: Entscheidend ist nicht mehr nur die Position in der Trefferliste, sondern ob man in der relevanten KI-Antwort überhaupt vorkommt. Doch was steckt hinter dem neuen Schlagwort GEO, und müssen sich auch kleine und mittlere Unternehmen schon jetzt damit befassen?

Wir haben mit Ulrike Haardt, SEO- und GEO-Beraterin aus München, darüber gesprochen, warum GEO kein Hype ist, weshalb SEO dabei die Grundlage bleibt und welche Rolle PR spielt, wenn Unternehmen von der KI für Ihre Dienstleistungen oder Produkte genannt und empfohlen werden wollen.

Von Bettina Gebhardt, Geschäftsführerin und Inhaberin von Kontx Kommunikation 

NACH SEO KOMMT JETZT GEO: MANCHE UNTERNEHMEN FRAGEN SICH, OB DAS VIELLEICHT NUR DER NÄCHSTE HYPE IST, DEN MAN ERST EINMAL ABWARTEN KANN?

ULRIKE HAARDT: Weder noch. GEO ist kein Hype, und es löst SEO nicht ab. Beides gehört zusammen. GEO steht für Generative Engine Optimization. Gemeint sind alle Massnahmen, die dazu beitragen, dass ein Unternehmen bei relevanten Anfragen in KI-Systemen wie ChatGPT, Gemini oder den KI-Übersichten von Google verstanden, berücksichtigt und genannt wird.

Dass das kein Hype ist, zeigen die Zahlen: ChatGPT hatte im Februar 2026 rund 900 Millionen Nutzerinnen und Nutzer pro Woche. Laut Sistrix zeigen in Deutschland bereits 20 Prozent der Google-Keywords bei der Eingabe in der Suche eine KI-Übersicht an, die Website-URLs kommen erst danach. Wer dort seine Antwort bekommt, klickt oft gar nicht mehr auf eine Website. Je nach Branche verlieren Websites dadurch bis zu 30 Prozent ihres Traffics, Ratgeberinhalte am stärksten.

Gleichzeitig gilt: Vieles, was in der Suchmaschinenoptimierung (SEO) wichtig ist, bleibt die Basis für GEO. Dazu gehört eine technisch saubere, schnelle Website, klare Seitenstrukturen und gut erreichbare Inhalte. Wer SEO ordentlich macht, startet also nicht bei null. Aber ein Top-Ranking bei Google garantiert noch keine Nennung in einer KI-Antwort.


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KI-Sichtbarkeit mit GEO verbessern: Was Unternehmen jetzt über Generative Engine Optimization wissen sollten wissen sollten

Ulrike Haardt ist zu Gast in der Kontx Webinar-Reihe «Experten im Dialog».

Freitag, 25. September 2026, 11:00 bis 12:00 Uhr

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WAS BEDEUTET DAS FÜR UNTERNEHMEN, DIE AUCH IN ZUKUNFT SICHTBAR BLEIBEN WOLLEN?

Sichtbarkeit bekommt eine neue Bedeutung. Früher ging es darum, in der Trefferliste von Google möglichst weit oben zu stehen. Heute geht es darum, Teil der KI-Antwort zu sein. Denn wer dort nicht genannt wird, steht für viele Kundinnen und Kunden gar nicht erst zur Auswahl in der Kaufentscheidung.
Auch die Art zu suchen verändert sich. Statt «Bürobeleuchtung LED Hersteller» fragen Menschen heute zum Beispiel: «Wir modernisieren die Beleuchtung in unserem Bürogebäude mit 120 Arbeitsplätzen. Welche Anbieter kommen infrage und worauf müssen wir achten?» Die KI liefert darauf eine fertige Antwort – mit Kriterien und konkreten Empfehlungen.

Deshalb sollte am Anfang immer die strategische Frage stehen: Wofür wollen wir überhaupt sichtbar sein? Der Blick aus dem Unternehmen heraus unterscheidet sich dabei oft von dem der Kundschaft. Es lohnt sich, ganz nah am eigenen Angebot zu bleiben: Was sind unsere USPs? Welche Kriterien entscheiden über den Kauf? Wodurch heben wir uns vom Wettbewerb ab? Die besten Fragen liegen übrigens meistens schon „im Haus“, z.B. im Vertrieb oder im Kundenservice.

Einen ersten Eindruck bekommen Unternehmen, wenn sie diese Fragen selbst in ein KI-System eingeben. Für belastbare Aussagen lohnt sich danach eine systematische Prompt-Recherche. Ein guter Startpunkt dafür sind die Keywords, die bereits aus der SEO-Arbeit bekannt sind.

DU ARBEITEST MIT UNTERNEHMEN AUS GANZ UNTERSCHIEDLICHEN BRANCHEN ZUSAMMEN – VON INDUSTRIEHERSTELLERN IM B2B ÜBER ONLINESHOPS BIS ZU UNTERNEHMENSBERATUNGEN, COACHES UND AGENTUREN WIE UNS. WO STEHEN KLEINE UND MITTLERE UNTERNEHMEN GERADE?

Die meisten haben noch einiges aufzuholen. Viele kleinere und auch mittlere Unternehmen hatten bisher weder die Kapazitäten noch das Know-how, um ihr Angebot überhaupt für Google zu optimieren. Wo SEO noch nicht verankert ist, fangen wir deshalb bei den Basics an.

Die gute Nachricht: Dafür muss nicht die ganze Website neu gemacht werden. Mit den richtigen Stellschrauben lässt sich langfristig viel erreichen. Das gelingt besonders gut, wenn Unternehmen offen für Neues sind und wir eng zusammenarbeiten.

Am grössten ist der Hebel im B2B und bei erklärungsbedürftigen Produkten. Hier findet ein grosser Teil der Recherche inzwischen im KI-Chat statt. Wer danach auf die Website kommt, ist bereits gut informiert und näher an der Entscheidung. Es kommen also weniger Besucherinnen und Besucher, dafür besser vorbereitete.

Ein Beispiel aus meiner Praxis: Einen Onlineshop betreue ich seit einigen Jahren. Mit inhaltlich ausgebauten Produktseiten und zielgruppengerechten Ratgeber-Beiträgen haben wir die Sichtbarkeit deutlich gesteigert. Der Ratgeber-Content erzielt weiterhin relevante Reichweiten, aber seit Einführung der KI-Übersichten von Google verzeichnen wir auch hier Traffic-Einbrüche. Die überarbeiteten Produktseiten und zusätzliche PR-Arbeit sind jetzt unsere Basis, um bei der KI-Sichtbarkeit anzugreifen.

«Früher wollten wir in die Trefferliste von Google. Heute in die KI-Antwort. Wer dort nicht genannt wird, steht bei der Kaufentscheidung nicht zur Auswahl.»

Ulrike Haardt, SEO-/GEO-Beraterin

GEO IST NICHT NUR ARBEIT AN DER EIGENEN WEBSITE, SONDERN AUCH AN EXTERNEN QUELLEN. DAS IST FÜR UNS ALS PR-AGENTUR NATÜRLICH BESONDERS SPANNEND. WARUM SPIELT PR BEI DER KI-SICHTBARKEIT EINE SO GROSSE ROLLE?

Weil KI-Systeme ihre Antworten aus mehreren Quellen zusammensetzen. Eine KI kennt ein Unternehmen nicht nur von dessen Website, sondern auch aus Fachmedien, Branchenverzeichnissen, Bewertungsportalen, LinkedIn, YouTube, Foren oder von Verbänden und Partnern. Was dort steht, zählt genauso wie die eigene Website.

Man kann es so zusammenfassen: Die eigene Website erzählt, wer ein Unternehmen ist. Das Web bestätigt es.

Genau hier kommt PR ins Spiel. Sie schafft nicht nur Marken-Bekanntheit, Reputation und Reichweite, sondern auch digitale Belege: glaubwürdige Drittquellen, Expertenzitate und eine klare Verknüpfung zwischen einem Unternehmen und seinen Kernthemen. Dazu zählen Fachbeiträge und Gastartikel, längere LinkedIn-Artikel und Podcasts – oder auch ein Interview wie dieses.

Ich komme selbst aus der PR und erlebe, wie diese Disziplin durch GEO eine ganz neue Relevanz bekommt. Die entscheidende Leitfrage lautet: Welche Aussage über uns soll das Web bestätigen?

Euer Blog-Beitrag «Online-PR und KI-Sichtbarkeit» gibt hier ja auch viele gute Impulse.


Ulrike Haardt SEO GEO Expertin, Kontx Kommunikation Agentur

Ulrike Haardt ist selbstständige SEO- und GEO-Beraterin in München. Seit 2019 unterstützt sie Unternehmen, Agenturen und Freiberufler aus unterschiedlichsten Branchen, von B2B-Herstellern über Onlineshops bis zu Beratungen und Agenturen dabei, bei Google und in KI-Systemen sichtbar zu werden und zu bleiben. Ihre Schwerpunkte sind Analysen, Website-Konzepte und die Erarbeitung von Content-Strategien.


WENN EIN UNTERNEHMEN JETZT MIT GEO LOSLEGEN MÖCHTE: WAS SIND DIE ERSTEN SCHRITTE?

Erst die Positionierung, dann die Sichtbarkeit. Wer ohne Strategie startet, optimiert womöglich auf Fragen, die niemand stellt. Am Anfang steht deshalb die Entscheidung, bei welchen Kundenfragen man in der KI-Antwort vorkommen möchte. Was hat Relevanz für mein Produkt? Welche Fragen haben Kauf-Intention und gehören nicht zur Sparte „Ratgeber“?

Danach folgt ein Selbsttest, der weder Budget noch Software braucht: Diese Fragen in ein KI-System wie ChatGPT eingeben und zwar am besten an zwei verschiedenen Tagen, weil die Antworten schwanken und sich einfach mal notieren: Werden wir genannt? In welchem Kontext? Wer wird stattdessen genannt? Und welche Quellen gibt die KI an? Parallel lohnt sich ein Blick auf die Technik: Dürfen KI-Crawler die Website überhaupt lesen?

Dann geht es Schritt für Schritt weiter: Startseite und «Über uns» schärfen, damit klar erkennbar ist, wer man ist und was man anbietet. Die wichtigsten Leistungsseiten so aufbauen, dass sie zitierfähig sind. Eigene Belege wie Praxisfälle, Cases oder Referenzen mit Zahlen veröffentlichen. Ein professionelles Recherche- und Monitoringtool macht den Prozess natürlich transparenter. Aber für einen ersten Überblick empfehle ich, einfach mal selbst eine Abfrage zu starten. Und nicht vergessen, über die eigene Website hinauszudenken: Die Identifikation von passenden externen Quellen, die das Unternehmen erwähnen könnten, gehört nicht zur klassischen PR-Arbeit, sondern fortan ebenso zu den GEO-Basics.


Digitale PR als Strategischer Hebel für GEO

Strategische Online-PR verbindet journalistische Glaubwürdigkeit mit digitaler Auffindbarkeit und wird so zum Hebel für die Sichtbarkeit von Unternehmen in KI-Systemen wie ChatGPT, Perplexity oder Google Gemini. Wenn auch Sie von unserer Erfahrung profitieren möchten, lassen Sie uns gerne ein unverbindliches Kennenlern-Gespräch vereinbaren. Wir sind ein interdisziplinäres Team von Beratern und arbeiten ebenso mit GEO- und SEO-Experten zusammen.