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Als Marke von der KI empfohlen werden – aber wie?


Generative Engine Optimization (GEO) als neue Pflichtdisziplin der Unternehmenskommunikation

Auch für kleine und mittelständische Unternehmen wird es immer wichtiger, nicht nur bei Google sichtbar zu sein, sondern ebenso in Antworten von ChatGPT, Gemini und anderen KI-Systemen als relevante Quelle oder Empfehlung aufzutauchen.

Dieser Beitrag erklärt, was Generative Engine Optimization (GEO) bedeutet, wie sie SEO ergänzt und welche konkreten Massnahmen in Content, PR, Markenführung und Webstruktur die KI-Sichtbarkeit stärken.

Von Bettina Gebhardt, Geschäftsführerin und Inhaberin von Kontx Kommunikation 

Warum GEO für kleine und mittelständische Unternehmen jetzt relevant ist

Die Art, wie Menschen online nach Informationen und Empfehlungen suchen, befindet sich in einem radikalen Veränderungsprozess. Suchmaschinenoptimierung (SEO) verschwindet zwar nicht – es wird immer noch nach z.B. «Kommunikationsagentur Schweiz» gegoogelt. Für Marken und Unternehmen kommt jedoch ein neuer Kanal hinzu. Denn Zielgruppen befragen zunehmend KI-Tools wie ChatGPT, Gemini und Co. – und das sehr konkret: «Welche Kommunikationsagentur kannst du mir für strategische PR für die B2B-Branche in der Schweiz empfehlen?»

Den Usern erspart die Nutzung von KI-Systemen das Anklicken vieler verschiedener Websites und bringt schnelle massgeschneiderte Antworten. Für Unternehmen und deren Marketing- und Kommunikationsabteilung hingegen bedeutet diese Entwicklung: Sichtbar ist nicht mehr nur, wer am höchsten bei Google gerankt wird, sondern, wer von der KI als relevante Marke oder Anbieter von Produkten oder Dienstleistungen eingestuft und empfohlen wird.

Zu SEO gesellt sich GEO – Generative Engine Optimization. Wer von der KI zitiert werden will, muss seinen Online-Auftritt neu strukturieren und dabei seine Markenkommunikation über den Tellerrand hinaus denken. Auch das Barometer des bvik zeigt: GEO ist 2026 Trend Nr. 1 im B2B-Marketing. 86 Prozent der befragten Marketer stufen Generative Engine Optimization in den nächsten zwei Jahren als unverzichtbar für Content- und Website-Optimierung ein.

Was ist Generative Engine Optimization (GEO)?

Generative Engine Optimization (GEO) beschreibt die strategische Gestaltung von Inhalten, die Stärkung der digitalen Markenpräsenz und den Aufbau relevanter Signale im Web mit dem Ziel, in den generativen Antworten von KI-Suchmaschinen sichtbar zu werden, etwa durch Nennungen, Zitate oder Quellenverweise.

Im Unterschied zu SEO, wo für Rankings und Klicks optimiert wird, fokussiert sich GEO auf die Sichtbarkeit innerhalb generativer Antworten. SEO macht Inhalte für Suchmaschinen auffindbar und zielt darauf ab, Website-Traffic zu generieren. GEO macht Inhalte verstehbar und zitierfähig für künstliche Intelligenz, damit sie in generierten Antworten berücksichtigt werden. GEO ersetzt klassische SEO nicht, sondern erweitert sie.

Warum verändert generative Suche die Spielregeln in der Zielgruppen-Ansprache von Unternehmen?

Klassische Suchmaschinenanfragen werden immer stärker durch Interaktionen mit KI-Chatbots ersetzt. Bis vor wenigen Jahren stand Suchmaschinenoptimierung (SEO) in puncto Online-Sichtbarkeit an erster Stelle. Unternehmen, welche in den Suchergebnissen weit oben erschienen, generierten mehr Traffic auf ihrer Webseite und wurden dadurch stärker wahrgenommen. Relevant für die Positionierung in Suchmaschinen waren und ist immer noch eine technisch einwandfreie Website, keyword-optimierter Content inkl. hinterlegter Metadaten und seröse Backlinks.

Mittlerweile aber filtern User ihre Informationsquellen kaum mehr selbst. Generative KI durchforstet das Internet nach passenden, zitierbaren Quellen, kombiniert diese mit Informationen aus den Trainingsdaten und generiert eine umfassende, aktuelle und quellenbasierte Antwort. Dies gilt nicht nur für informative Anfragen («Gib mir Tipps für gute Pressearbeit»), sondern ebenso für Anfragen nach bestimmten Produkten oder Dienstleistungen («Empfehle mir drei Kommunikationsagenturen»).

Wie verändern KI-Funktionen das Nutzerverhalten auf klassischen Suchmaschinen wie Google?

Auch wer keinen KI-Chatbot benutzt, sondern weiterhin auf die Google-Suchmaschine setzt, erhält an oberster Stelle eine «Übersicht mit KI» («AI Overviews»), welche mögliche gewünschte Suchresultate zusammenfasst. Die darin verwendeten und verlinkten Quellen entsprechen oftmals nicht den von der Suchmaschine zuoberst gelisteten Webseiten. Der User bekommt die Antwort auf seine Frage «direkt serviert» und hat keinerlei Motivation mehr, auf die verlinkten Websites zu klicken. So kommen mehrere Studien zum Schluss, dass diese KI-Übersichten zu einer deutlichen Zunahme von Zero-Click-Suchen und einer Abnahme der Click-Through-Raten führen.[i]

Und Google ist bereits einen Schritt weiter gegangen: Mit dem «AI Mode» und dessen Chatfunktion wird die Suchmaschine zur KI-Antwortmaschine.

Das bedeutet für Unternehmen und Marken: Wer von KI-Systemen nicht empfohlen oder zitiert wird, dem gehen wichtige Kunden-Touchpoints verloren. Das Ziel heisst: Als Referenz in KI-Antworten sichtbar sein, um Marktrelevanz, Aufmerksamkeit und das Vertrauen der Nutzer:innen zu gewinnen und zu halten.

Wie können Unternehmen Generative Engine Optimization (GEO) strategisch in Marketing und PR integrieren?

Im Unterschied zu klassischen SEO-Ansätzen, wo der Fokus auf dem technischen Aufbau der Website und der Optimierung von Inhalten auf relevante Keywords liegt, geht es bei GEO darum, Websites so zu strukturieren, dass Entitäten, also Personen, Unternehmen, Produkte und Konzepte klar und konsistent dargestellt werden. KI-Systeme müssen diese eindeutig identifizieren, verifizieren, in einen Kontext einordnen und miteinander verknüpfen können.

GEO ist eine neue Disziplin, die mit SEO eine grosse Schnittmenge hat und besteht aus einem Zusammenspiel von Content, PR, Marke und Technik. Strategisch funktioniert das in vier Bausteinen:

1) Themen- und Entitätenstrategie (Marketing + PR)

Wichtig ist, dass der Internetauftritt die Marke klar positioniert. Semantische Klarheit und Fokus auf die Kernbotschaft sollten Priorität haben.

  • Welche Themen sollen «besetzt» werden?
  • Für welches Bedürfnis soll die Marke die erste Wahl sein?
  • Für welche Produkt- oder Dienstleistungsanfragen bietet das Unternehmen Lösungen an?

Die Antwort auf diese Fragen sollten sich auf der Website prominent wiederfinden. Dabei ist die Verwendung von konsistenten Begriffen und Themen, welche die Marke mit einem klaren Nutzen verknüpfen und die Wiederholung dieser Botschaft entscheidend.

2) Content-System statt Content-Stückwerk

Erfolgreich sind Webseiten mit einem klaren «Content-Cluster»:

  • Pillar Page (Grundlage)
  • Deep Dives (Unterseiten)
  • Use Cases
  • FAQs / How-tos

Komplexe Inhalte werden in kleine, in sich geschlossene Chunks verpackt – Abschnitte, welche jeweils nur eine Kernidee behandeln und eigenständig stehen können. So kann der Text maschinell ausgewertet und gezielt zitiert werden und es entsteht Topical Authority, die sowohl SEO als auch GEO stützt.

3) PR als Sichtbarkeitsmotor für KI-Empfehlungen

Digitale PR liefert externe Signale, die KI-Systeme bei der Generierung von Antworten und Empfehlungen heranziehen. Wiederkehrende Erwähnungen in relevanten Medien in Form von Expert:innenbeiträgen, Interviews oder Studien lassen eine Marke vertrauenswürdiger erscheinen und werden in Folge von KI-Systemen bevorzugt. Wichtig ist dabei, dass in den Medienerwähnungen ein klarer Markenbezug vorhanden ist. Reines Name-Dropping ist weniger effektiv.

Mehr über Relevanz digitaler PR im GEO-Kontext lesen Sie in unserem Blogbeitrag «Online-PR und KI-Sichtbarkeit».

4) Messbarkeit neu denken

Die digitale Sichtbarkeit kann nicht mehr ausschliesslich anhand von Rankings und Visits gemessen werden. Zusätzlich zählen auch:

  • Share of Voice in KI-Antworten (qualitativ und quantitativ)
  • Marken-/Personen-Erwähnungen im thematischen Kontext
  • Referral-Traffic aus KI-Oberflächen (wo messbar)
  • Conversionpfade, die ohne klassischen Suchklick starten

Was heisst das nun konkret für den PR- Alltag von Unternehmen?

Um als Marke von ChatGPT und anderen KI-Systemen empfohlen zu werden, sollten Unternehmen GEO-Massnahmen aktiv in ihrem Webauftritt einbinden und

  • Inhalte strukturieren durch (Zwischen-)Überschriften, Aufzählungen, Tabellen, und Zusammenfassungen.
  • zitierfähige Chunks schreiben: Eigenständige Abschnitte mit kurzen, präzisen Kernaussagen und Definitionen, die KI-Modelle zitieren können, ohne dass sie aus dem Kontext gerissen missverständlich werden.
  • pro Kernthema eine klare Definitions- oder Positionspassage einbauen: „Was ist das?“, „Wie ordnen wir das ein?“, „Wo gilt das nicht?“.
  • auf eine konsistente Begriffswelt über Webseite PR und Marketing hinweg achten.
  • Autorität sichtbar machen: Über Autor:innenprofile, Rollen, Expertise und Aktualität.
  • Claims belegen, wann immer es sinnvoll ist: Mit Daten, Beispielen oder einer kurzen Methodik. Das erhöht die Glaubwürdigkeit.
  • konsequent in Fragen denken, nicht nur in Keywords, und Inhalte entlang echter Nutzerfragen strukturieren.
  • die eigene Marke als „Entität“ greifbar machen, indem Schreibweisen, Zuordnungen von Leistungen, Cases und Expert:innen sauber und einheitlich sind.
  • PR-Erwähnungen systematisch mit den eigenen Wissensressourcen verknüpfen.
  • Monitoring und Brand-Safety-Routinen etablieren: Regelmässige Überprüfung, wie KI-Systeme über die eigene Marke sprechen, ob Aussagen verzerrt sind und wo Inhalte aktualisiert werden müssen.

Unser Fazit

Generative Engine Optimization (GEO) entwickelt sich zur neuen Pflichtdisziplin im digitalen Marketing und in der Online-PR. Mit dem Wandel von klassischen Suchergebnissen hin zu KI-generierten Antworten verändert sich die Logik von Sichtbarkeit grundlegend und damit auch die Anforderungen an Content-Strategien. Unternehmen, welche mit dieser Entwicklung schritthalten wollen, sollten sich jetzt fragen:

  • Ist Ihr digitaler Markenauftritt heute bereits so strukturiert und sichtbar, dass KI-Systeme sie eindeutig verstehen und zitieren können?
  • Welche Inhalte auf der Website liefern echten Mehrwert für KI-generierte Antworten – und welche müssten dafür erst geschaffen oder überarbeitet werden?
  • Wie verändert sich die eigene PR-Strategie, wenn Sichtbarkeit nicht mehr nur über Rankings, sondern über Zitierfähigkeit entsteht?

Als erfahrene PR-Agentur unterstützen wir Unternehmen dabei, ihre Kommunikation an neue Entwicklungen anzupassen und mehr Sichtbarkeit in KI-Systemen wie Gemini, Perplexity und ChatGPT aufzubauen. Durch Identifizierung und inhaltliche Ausarbeitung relevanter Themen und wirksame Medienarbeit machen wir Konzerne, KMU, Verbände und Start-Ups sichtbarer und erfolgreicher.

Wir sind ein interdisziplinäres Team von erfahrenen Beratern und arbeiten ebenso mit GEO- und SEO-Experten zusammen. Nehmen Sie jetzt Kontakt auf und vereinbaren Sie ein unverbindliches Kennenlern-Gespräch.


[i] In einer Feldstudie stellten Forschende der Indian School of Business und der Carnegie Mellon University fest, dass Google KI-Übersichten zu einem Rückgang des organischen Traffics auf externe Webseiten um 38 Prozent führen. Der Anteil an Zero-Click-Suchen steigt dabei von 54 auf 72 Prozent.

Eine Untersuchung des Pew Research Centers ergab, dass die Click-Through-Rate bei Suchergebnissen mit KI-Zusammenfassung von 15 auf 8 Prozent sinkt.

Die Marketingplattform Ahrefs stellte in einer Datenanalyse eine Reduktion der Clicks auf top-rangierte Inhalte um 58 Prozent fest.